Ein Vorschlag für Dienstag: Der Wert von Werten

Wir hatten ja schon mal das Thema: „Brauchen wir einen Gott?“

Nun habe ich gerade dies hier gelesen(via Spreeblick, auch die Kommentare sind interessant) und frage mich, inwiefern Religionsunterricht vielleicht mehr Werte vermittelt, als Ethik. Ganz ehrlich, ich halte das für realistisch.

Selbst wenn es so ist, würde ich gerne in einem zweiten Teil darüber reden, ob Wertevermittlung überhaupt ein erstrebenswertes Ziel ist oder ob nicht ein „Werteverlust“ ein Zeichen von Mündigkeit ist.

Soweit mein Vorschlag, was haltet ihr davon?

—–

Hier noch ein weiterer Link zum Thema.

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6 Antworten to “Ein Vorschlag für Dienstag: Der Wert von Werten”

  1. claudiathur Says:

    Das klingt nach einem sehr interessanten Thema.
    Und was in dem Artikel gesagt wurde, war ja, dass Reli allein weniger Werte vermittelt als Reli plus Ethik.
    Und die Leute von pro Reli sagen, dass Reli mehr Werte vermittelt als Ethik, aber als Schulfach nicht genommen wird, weil es zusätzlich belegt werden muss.
    Beides sehr überzeugend.
    Aber die Frage ist doch in erster Linie: welche Werte werden vermittelt?
    Die ANtwort auf die These vom Werteverlust als Zeichen von Mündigkeit halte ich erst mal zurück, damit wir am Dienstag noch was zu diskutieren haben.
    Aber vorweg: Hier fehlt der Begriff :“Wert“ genauer definiert.
    So wie ich das verstehe kann ich noch nicht einmal die Frage ernst nehmen. Ich bin aber gespannt auf die Definition von „Werten“, die diese Frage zu einer abendfüllenden machen könnte.

  2. Bin nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Wann und wo trefft ihr euch heute?

    Und hier noch eine neue Veröffentlichung zum Thema Hirnforschung und Willensfreiheit:

    http://www.bpb.de/publikationen/0923R6,0,Hirnforschung.html

  3. claudiathur Says:

    Immer noch das Cheers.
    Die meisten trudeln so gegen halb neun ein. Aber auch um 8 finden sich schon die ersten.

  4. Na gut, dann komme ich mal vorbei, hab eh noch was zu besprechen 😉

  5. @ Jasmin: Hier noch mal eine kleine Anmerkung zu einem kurzen Textauszug, aus einem der Beiträge!

    „Aus neurobiologisch-psychologischer ebenso wie aus philosophischer Sicht hat dieser Begriff von Willensfreiheit erhebliche und in der Strafrechtstheorie seit langem bekannte Schwächen. Erstens unterstellt er, dass Willensfreiheit zwar kausal das Handeln steuert, seinerseits aber nicht kausal determiniert wird, sondern „frei“ ist. Es ist bisher keinem Vertreter dieser Sicht gelungen, plausibel zu machen, wie so etwas funktionieren soll. Entsprechend wird „Willensfreiheit“ als metaphysische Entität angesehen, die sich der Sicht der Naturwissenschaften entzieht. Zweitens kann man leicht nachweisen, dass eine Person, die der Neigung bzw. Versuchung zu einer bestimmten rechtswidrigen Tat widersteht, dies nur dann tun kann, wenn ein noch stärkeres Motiv sein Handeln bestimmt, z.B. die Angst vor dem Entdecktwerden. “
    http://www.bpb.de/publikationen/M5ZBSV,3,0,Homo_neurobiologicus_ein_neues_Menschenbild.html#art3

    Antw.: Eben doch!!! Hier wird mal wieder nicht bedacht, dass 1. Kausalität ein retrospektives Programm ist, sofern wir von causa efficiens sprechen und eben 2. die freie Steuerung des Willens auf eine bestimmte Handlung HIN, sprich in die Zukunft, sich der causa finalis bedient. Historie ist keine Futurologie!!! D.h. im Nachhinein zeigt sich selbstverständlich die kausale (efficiens) Struktur meiner Handlung anhand eines Motivs. Dass ich aber DIESEM und nicht vielleicht einem anderen Motiv oder einer anderen Handlungsoption den Vorrang gegeben habe, zeigt ja gerade, dass ich frei gewählt habe. Natürlich gibt es eine causa meiner Wahl und die heißt in erster Linie Wille und im spezifischeren Sinne eben das jeweilige Motiv, dass mich sozusagen als „bestes Argument“ dazu bewogen hat eben diesem zu folgen! Und darin liegt eben die freie Entscheidung!Schließlich begegnen uns selbst in einer bestimmten Situation meist mehrere mögliche Motivationen, mehrere Einflüsse, Ideen, Emotionen und derlei Beweggründe, die bei unserer Entscheidungsfindung eine Rolle spielen können. Dies gibt Gerhard Roth anhand seines Beispiels mit dem potentiellen Mörder ja selbst zu. Erst mit der ENTSCHEIDUNG verursache ich die angestrebte Handlung, bzw. die Konsequenzen, die sich aus der Handlung ergeben, die eben auf genau diese Weise beabsichtigt ist. Sprich sie ist als finales Ziel gedacht (ob die Prognose der sich aus meiner Handlung ergebenden Konsequenzen nun tatsächlich zutrifft, oder nicht). Für den außen stehenden Beobachter zeigt sich schließlich NACH Ausführung der Tat die effizient-kausale Struktur der Handlung, d.h. er beobachtet eine durch ein bestimmtes Motiv VERURSACHTE Handlung. Das muss aber doch in keiner Weise bedeuten, dass diese kausale Struktur notwendig so ablaufen musste, bzw. dass notwendigerweise nur DIESES Motiv DIESE Handlung erzeugen konnte und optional keine andere Möglichkeit des Ablaufs bestanden hätte. Die causa efficiens zeigt sich eben erst durch Rückblick auf die Vergangenheit und beschreibt nur aus retrospektiver Sicht den Ablauf der Geschehnisse, wie sie eben abgelaufen sind. Mehr aber nicht!
    Dass auch ein willentlicher Akt „kausal“ ist, aber einer ganz anderen Form der Kausalität unterliegt wird bei solchen, wie ich in diesem Sinne sagen muss „spitzfinderischen“, Argumentationen gern übersehen, wenn nicht sogar unterschlagen!

    So, sry, musstes mal wieder loswerden 😉

  6. Das hast Du schön gesagt, Gunter.

    An dieser Stelle muss ich noch anmerken, dass ich für die Inhalte der Artikel keine Verantwortung übernehme. Habe nur mal kurz drübergeschaut.

    Bis gleich, ihr alle!

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